Preisrechner
Reisefinder

SÜDAFRIKA: INFOS ZUR STAATSFORM / VERWALTUNGSAUFBAU

Südafrika ist eine parlamentarische Demokratie innerhalb des Britischen Commonwealth. Nachstehend ist die Staatsform bzw. der Verwaltungsaufbau ein wenig beschrieben.
Staatsoberhaupt war nach den Parlamentswahlen vom April 1994 (erste freie Wahlen) Nelson R. Mandela und ist seit den zweiten Wahlen im Juni 1999 Thabo Mbeki. 
Das Parlament besteht aus der Nationalversammlung von 400 gewählten Mitgliedern und dem Nationalrat der Provinzen aus 90 Mitgliedern. Allgemeine, direkte und geheime Wahlen für alle Südafrikaner ab dem vollendeten 18. Lebensjahr zum Parlament finden alle 5 Jahre statt. Wahl des Präsidenten als Staats- und Regierungschef alle 5 Jahre durch die Nationalversammlung. 
Die 9 südafrikanischen Provinzen haben je ein eigenes Parlament mit einem Ministerpräsidenten und fünf bis zehn Ministem. Die Provinzen haben nicht die Stellung wie Bundesländer in Deutschland, so dass man für Südafrika von einer Präsidialdemokratie mit föderalen Elementen spricht. 
An der Basis existieren Kommunalverwaltungen in der Form von Stadt- und Gemeinderäten. Traditionelle Führer sind auf allen drei fakultativ vertreten.
Lesen Sie hier weitere Südafrika-Infos zu Ihrer nächsten Rundreise aus 1. Hand.

 

NELSON MANDELA

Als sich am 11.02.1990 das Tor des Victor-Verster-Gefängnisses in Johannesburg für Nelson Mandela öffnete, richteten sich die Fernsehkameras der Welt nicht nur auf das prominenteste ANC-Mitglied und Opfer des Apartheidsstaates, sondern bereits damals auch auf eine international bekannte, lebende Legende. 27 Jahre hatte der Rechtsanwalt in unterschiedlichen Landesgefängnissen in Südafrika verbracht, darunter viele auf Robben Island. Und für viele völlig überraschend und nicht nachvollziehbar sprach er nicht von Rache, sondern rief zur Versöhnung auf.

Mandela bemühte sich um die Abschaffung der äußeren Apartheid, später dann um die Überwindung der inneren. Dass der Übergang so friedlich verlief, ist einzig Mandela zu verdanken, davon sind alle Südafrikaner überzeugt. Mandela hatte bereits als junger ANC-Führer stets auf gewaltfreien Widerstand gesetzt, ganz in Anlehnung auf Mahatma Gandhis.

Fünf Jahre, von 1994 bis 1999' regierte Mandela Südafrika als Präsident; doch sein moralischer und politischer Einfluss reichte weit darüber hinaus. „Jedes Mal, wenn Nelson Mandela den Raum betritt, fühlen wir uns etwas größer, möchten wir aufstehen und applaudieren", analysierte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton seine Empfindungen. Selbst im hohen Alter und am Krankenbett und sicherlich über den Tod hinaus wird Mandela der „tata" bleiben - der Vater und Idol aller Südafrikaner.

 

BEVÖLKERUNG UND SIEDLUNGEN

Südafrika ist eine „Regenbogennation": Vier Bevölkerungsgruppen (Schwarze, Farbige, Inder/Asiaten, Weiße) leben in diesem Land,bis 1989/90 im Rahmen einer Rassendiktatur amtlich getrennt, seit 1991 / 92 in einer neuen, demokratischen Form des Zusammenlebens. Mit ca. 43 Mio. Ew. ist Südafrikas die größte Nation des südlichen Afrika.

Die sozialen Probleme lassen sich mit den Schlagwörtern Massenarmut, Massenarbeitslosigkeit, geringe schulische und berufliche Qualifikation großer Bevölkerungsteile umschreiben. Trotz massiver Bemühungen der Regierung, der Kirchen und Gewerkschaften sind die Probleme unverändert gleich.

Gleichzeitig schwächt der „brain drain" durch Auswanderung von Fachkräften das Land. Das Bevölkerungswachstum ist mäßig, wird aber durch erhebliche Zuwanderung verstärkt. Die „Zeitbombe" Aids hat Südafrika erreicht. Dies wird bis 2010/20 zu einem Ansteigen der Sterberaten und einer Abnahme der Erwerbstätigenzahl führen. 

Die Verstädterung ist mit durchschnittlich 55%, bei Weißen und Indem mit 95% hoch. Johannesburg und die Provinz Gauteng, aber auch Kapstadt und sein Umland sind Attraktionspole nationaler und internationaler ZuWanderung. Marginalsiedlungen der Armen wachsen schnell, das Wohnungsproblem ist bisher nicht gelöst.

 

NATUR

Südafrika besteht aus dem riesigen Binnenhochland von 900-1 200 m NN, umrandet von der Großen Randstufe (2200-3000 m NN), den schmalen Küstenstreifen im Osten und Westen und den Kapketten (bis 2300 m NN) im Süden. Klima Trockensavanne.

Folgende subtropischen Klimagebiete lassen sich unterscheiden:

Das sommerfeuchte Ostküstengebiet und das östliche Binnenhochland (bis 1 000 mm Jahresniederschlag), das winterfeuchte Kapland (Mittelmeerklima, bis 800 mm Jahresniederschlag), das halbwüstenhafte zentrale und westliche Binnenhochland - im äußersten Nordwesten herrscht Wüstenklima. Sonnenscheindauer und Wärme sind Positivfaktoren des Klimas, Risikofaktoren sind regionaler Wassermangel und Dürren, im Hochland Frost und selten Schnee.

Die Pflanzenwelt entspricht der klimatischen Gliederung: im Norden und Nordosten randtropische Trockensavannen, an der Ostküste sommerfeuchte Buschvegetation, an den Drakensbergen Reste von Bergregenwald. Das östliche Hochplateau ist eine baumfreie Steppenlandschaft, im Binnenland abgelöst von Halbwüsten (u. a. Sukkulenten). Im Kapland findet sich eine einmalige Macchienvegetation (Fynbos).

Auf einer Küstenlänge von ca. 3 000 km weisen die litoralen und marinen Biome eine große Vielfalt auf. Wassermangel, Bodenerosion, Desertifikation und die Folgen der globalen Klimaänderung bedrohen weite Landesteile.

 

WIRTSCHAFT

Südafrika gehört zur Gruppe der Schwellenländer (Upper-middle Income Countries; Newty Industrialized Countries/NICs). Auf der Basis reicher bergbaulicher Ressourcen ist es ein führender Bergbaustaat der Erde. Südafrika ist das einzige „Industrieland" Afrikas, aufbauend auf den Bodenschätzen, einer marktorientierten Farmwirtschaft, der Verfügbarkeit von in- und ausländischem Kapital, nationaler und internationaler Wanderarbeit, von nationaler Forschung und Entwicklung. Es besitzt als eines der wenigen Länder Afrikas eine gute Infrastruktur (Geld- und 
Verkehrsinfrastruktur, Telekommunikation, Energie- und Wasserversorgung, Gesundheitswesen).

Die Wachstumsraten blieben trotz ausländischer Direktinvestitionen bescheiden und reichen für einen Abbau der gravierenden Arbeitslosigkeit ist ein großer informeller Sektor in Gewerbe und Dienstleistungen. Empowerment, d.h. politisch gezielte Förderung von Frauen, zeigt auch in der Wirtschaft Fortschritte.

Die Massenkaufkraft ist weiterhin durch Armut eingeschränkt. Im Wirtschaftsprogramm GEAR (Wachstum, Beschäftigung, Umverteilung) von 1996 hat sich die Regierung Südafrikas auf eine freie Marktwirtschaft, auf eine  Intergration in den Weltmarkt, auf Privatisierung und Liberalisierung festgelegt; das Programm wird bis heute von den Gewerkschaften heftig kritisiert.

Starke regionale Disparitäten bestehen zwisehen den Kernregionen (Gauteng, Westkap, zentrale Teile von KwaZuIu/Natal) und den Periphergebieten entlang der Landesgrenzen im Norden und Osten sowie in den Halbwüsten der zentralen und westlichen Landesteile. Entwicklungskorridore nach Maputo (Mosambik) und nach Swasiland (Lubumbokorridor) sind im Aufbau.

 

VERKEHR & KOMMUNIKATION

Der Abbau der Bodenschätze im Landesinneren (Gold um Johannesburg, Diamanten um Kimberley) bedingte bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert ein ausgedehntes Streckennetz der Eisenbahn. Sie ist bis heute beim Transport von  Containern ein erstrangiger Verkehrsträger. Die Seehäfen Südafrikas sind die am besten ausgestatteten Häfen in Afrika südlich der Sahara Sie haben eine Umschlagfunktion bis weit nach Zentralafrika.

Neben der Bahn kam seit den 1960er Jahren der Lastkraftwagen für Ferntransporte hinzu. Zwischen den Ballungsräumen entwickelte sich ein starker Pkw-Verkehr, so dass heute Autobahnen die Zentren Südafrikas verbinden. Der Flugverkehr expandiert anhaltend, sowohl national wie international. Das Telekommunikationsnetz hat im Binnenland und für den Überseeverkehr die Qualität von Südafrikas mangelt es aber an Geld, diese hervorragende Infrastruktur zu benutzen. Die hohe Zahl der Unfälle und der Verkehrstoten ist ein Problem im südafrikanischen Verkehrswesen.

 

SOZIALES & GESUNDHEIT

Südafrika zeigt in den hier zu behandelten Bereichen tiefe „Verwerfungen" als Folge der Apartheidära. Zahl und Ausstattung der Einrichtungen im Gesundheitswesen, für Bildung und Kultur entsprechen in keiner Weise dem zahlenmäßigen Verhältnis der Bevölkerungsgruppen; erst langsam setzt ein Prozess des „Aufholens" der bisher benachteiligten Gruppen von Schwarzen und Farbigen ein, auch im ländlichen Raum.

Die Folgen von Armut und Arbeitslosigkeit werden spürbarer, die etwa die Hälfte der Bevölkerung in einem Schwellenland wie Südafrika ertragen müssen. Angesichts des Zerfalls der traditionellen Bande von Großfamilie und Dorf, der Umbrüche im Zug der Demokratisierung und der Marktwirtschaft wachsen die sozialen Probleme, wie Kriminaliät und Drogenabhängigkeit. Im Gesundheitswesen, in Bildung und Kultur entsteht eine geteilte Gesellschaft von Habenden und Nichthabenden, von der Industrieländer leisten können, und solchen, die auf dem Niveau der „Vierten Welt" überleben müssen.

 

KAPSTADT - DIE HAUPTSTADT

Manchmal versteckt sich Kapstadts Wahrzeichen, der Tafelberg, unter einer puderweißen Wolkendecke, die wie ein riesiges Tischtuch über den Bergrand herabfällt. „Cape Doctor" nennen die Einheimischen den scharfen Südostwind, der die Wolkendecke aufs Bergmassiv bläst.

Wenn die Sicht auf den 1086 Meter hohen Berg wieder frei ist, strömen die Touristen zur Seilbahn. Die Gondel dreht sich während der Auffahrt um sich selbst - ein Genuss nur für Mensehen ohne Höhenangst. Klar erkennt man das die so genannte City Bowl, das Amüsier- und Shoppingviertel Victoria & Alfred Waterfront am Hafen, und die gesamte Küste - von den Seebädern Sea Point, Clifton und Camps Bay vor der Bergkette der Zwölf Apostel bis hin zum stürmischen Surferparadies Bloubergstrand und der ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island.

Auf dem flachen Plateau des Tafelbergs gibt es verschiedene Spazierwege, geeignet auch für ungeübte Wanderer. Am Ende ist der Panoramablick von dort oben besonders verführerisch die Sonne taucht glutrot ins Meer, die ersten Sterne leuchten am Himmel, und Kundige können das Kreuz des Südens entdecken, eine Sternenformation, die sich nur auf der südlichen Halbkugel zeigt.

Im Südsommer fährt die letzte Seilbahn erst im Dunkeln hinunter, dem Lichtermeer der Stadt entgegen. Viertel und Plätze Das Stadtzentrum lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Idealer Ausgangspunkt ist der Company's Garden: in Gründerzeiten als Obst- und Gemüsegärten angelegt, heute ein gepflegter Park, den zahlreiche historische Gebäude säumen, etwa das naturhistorische South African Museum mit seinem Planetarium und die South African National Gallery mit einer großen Sammlung südafrikanischer Kunst. Am Parlament und der anglikanischen St. George's 
Cathedra! vorbei gelangt man zur Adderley Street, einer der Hauptgeschäftsstraßen der Stadt, wo Cafes, Juweliergeschäfte und Boutiquen mit afrikanischem Kunsthandwerk zum Verweilen und Shoppen einladen. Auf der parallel verlaufenden Fußgängerzone St. George's Mail ist das Treiben weniger hektisch.

 

GOLD & DIAMANTEN

Das südafrikanische Hochland besitzt den heimlichen Reichtum des Landes: Gold, Uran und natürlich Diamanten. Keine Überraschung, dass hier die größten Städte und Industrieregionen Südafrikas liegen. Ein sehr verlockendes Ziel! Wo sonst können Urlauber das pulsierende und nimmermüde Leben Südafrikas so konzentriert erleben wie hier? Hier erleben Sie hautnah den Alltag in der Township. Und auch hier besichtigen Sie die aufregendsten Museen des Landes.

 

Noch heute wird Südafrikas Gold am Johannesburger Witwatersrand auf den gleichen Flözen gewonnen, die dort vor rund 120 Jahren entdeckt wurden. Die ältesten verlaufen direkt unter der Innenstadt. Viele der frühen Goldadern reichen inzwischen mehrere tausend Meter tief ins Erdinnere, was ihre Erschließung nicht nur verteuert, sondern auch sehr aufwendig gestaltet: Wurden 1970 noch fast 1000 Tonnen Gold in Südafrika gefördert (etwa Dreiviertel der Weltproduktion), sind es heute wegen der Tiefe der Minen und des geringeren Goldgehalts der Flöze weniger als 250 Tonnen im Jahr (knapp zehn Prozent der gegenwärtigen Weltproduktion).

Anders als der Goldbergbau ist die Platingewinnung wegen der enormen Hitze des Gesteins nur bis in Tiefen von etwa 2500 Metern möglich. Südafrika hat die mit Abstand größten Platinvorkommen der Welt: Rund 80 Prozent der weltweit bekannten Reserven schlummern im »Bushveld-Komplex«, 150 km westlich von Johannesburg Im Gegensatz zu Platin und Gold werden Diamanten heute zumeist im Tagebau gewonnen. Eine weitere lukrative Fundstelle befindet sich unmittelbar vor der südafrikanischen Westküste. Viele der edlen Steine wurden über Jahrtausende von Flüssen aus dem Landesinneren ins Meer geschwemmt. Heute werden sie dort ertaucht oder von Schiffen mit Spezialgeräten vom Meeresboden gesaugt (Bild unten). Besonders hochkarätige Exemplare findet man allerdings nur im Landesinnern, weil das Meerwasser die meisten Diamanten erodiert hat.

 

DER WITWATERSRAND

Der Witwatersrand, die bevölkerungsreichste Region in Südafrika, zeigt sich als eine urbane Landschaft mit vielen Facetten - vom ehemaligen kolonialen Zentrum Pretorias über die moderene Hochhaus-City Johannesburg bis hin zu den uniformen Siedlungen in den bekannten Townships.

 

ESSEN UND TRINKEN

In der südafrikanischen Küche treffen europäische Einflüsse aus Holland und England, asiatische aus Indien, Malaysia und Mauritius sowie afrikanische.

Traditionen prägen die vielfältigsten Gerichte. Es wird gerne viel Fleisch, zum Teil auch Wild gegessen und stets mit großer Begeisterung gegrillt. Mindestens einen Braai - Barbecue- sollten Südafrikareisende "gefeiert" haben.

In der Region um Kapstadt ist die malaiische Küche mit Sosatie (Fleischspieß) und Bobotie (Hackfleischauflauf)  vertreten, um Durban überwiegt mit Currys der indische Einfluss und entlang der Nord- Westküste dominieren Fischgerichte aus den verschiedensten im Atlantik gefangenen Meerestieren.

Ein Highlight ist hier Snoek. der geräuchert oder getrocknet verarbeitet wird. Auf Menükarten stehen häufig frittierte Mopane-Würmer. eine Delikatesse.

 

ÄRZTLICHE VERSORGUNG

In den Städten entspricht die Versorgung deutschem Standard. In ländlichen Gebieten kann es durchaus schwierig sein, einen Arzt zu finden. Da die Behandlung bar bezahlt werden muss, empfiehlt sich der Abschluss einer Reisekrankenversicherung, die hoffentlich dann die angefallene Kosten zurückerstattet.

Prophylaxe: Neben den üblichen Impfungen (Hepatitis A, TBC) besteht je nach Reiseziel und Jahreszeit die Notwendigkeit einer Malaria-Prophylaxe.

Risikogebiete sind der Osten und Nordosten des Landes, also auch der Krüger-Nationalpark.Tropenärzte oder -Institute informieren am Zuverlässigsten über Risikoregionen und die jeweils nötigen Vorsorgemaßnahmen. Zum Schutz vor Mückenstichen empfiehlt es sich, in der Morgen- und Abenddämmerung langärmelige Hemden und Hosen zu tragen und sich mit einem mückenabweisenden Mittel einzureihen. Bei sexuellen Kontakten sollte man sich unbedingt schützen. 12 % - darunter besonders viele Frauen sind HIV-positiv.

 

GELD UND ZAHLUNGSMITTEL

Die südafrikanische Wahrung ist der Rand, unterteilt in 100 Cent. Es sind Banknoten im Wert von 200, 100, 50, 20 und 10 Rand sowie 5-, 2- und 1- Rand-Münzen, außerdem Münzen zu 5, 10, 20 und 50 Cent im Umlauf.

Reisende können mit der Kredit- oder der Maestrokarte Bargeld an einem der vielen Geldautomaten abheben (Gebühren beachten). In den meisten Geschäften, Unterkünften, Restaurants und an vielen Tankstellen werden Kreditkarten akzeptiert. Euro und Schweizer Franken kann man auch in Wechselstuben oder in den Hotels tauschen.

 
  • Home